Von: Jisrael Jitzchak Rosenfeld
Ein bedeutungsvolles Fasten
Chaverim, wir sind angekommen…. In den 3 Wochen der Trauer bis Tisha BeAv…
Schiv’ah Assar beTammus aus der Sicht von Breslov
– Die Mauer des Herzens
Der 17. Tammuz erinnert an den Durchbruch der Mauern Jeruschamajims.
Jeruschalajim im Äußeren und im Inneren
Äußerlich ist dies eine historische Tragödie.
Doch Rebbe Nachman von Breslov sz“l lehrte immer wieder,
dass alles,
was in der Welt geschieht,
auch im Menschen selbst geschieht.
Jeder Mensch besitzt ein eigenes Jeruschalajim
– den Ort, an dem die Schechinah wohnen möchte.
Die Mauern des Herzens: Schutz oder Trennung
Um dieses Jeruschalajim gibt es Mauern.
Diese Mauern können Schutz bedeuten,
wenn sie aus Emunah und Keduschah bestehen.
Sie können aber auch Mauern sein,
die das Herz verschließen und einen Menschen von HaSchem trennen.
Die größte Gefahr: Jiusch – die Verzweiflung
Rabbeini sagte,
dass die größte Gefahr die Jiusch
– die Verzweiflung – ist.
Sein berühmter Satz lautet darum bis heute:
„Es gibt überhaupt keine Verzweiflung in der Welt.“
(Likkutei MoHaRan II, 78)
Wenn Mauern fallen, kann Licht eintreten
Wenn die Mauern Jeruschalajims durchbrochen wurden, bedeutet das auch:
Unsere scheinbare Sicherheit kann zusammenbrechen.
Doch genau dort beginnt eine neue Möglichkeit.
Wenn eine Mauer aufbricht, kann auch das Licht eintreten.
Der Bruch als Weg zu einem tieferen Ruf zu HaSchem
Reb Nosson sz“l erklärte mehrfach,
dass alle Zerstörungen letztlich dazu dienen, den Menschen zu einem tieferen Rufen zu HaSchem zu bringen.
Solange alles vollkommen erscheint,
betet der Mensch oft oberflächlich.
Erst der Mangel öffnet das Herz.
Das Fasten: Das Herz erwachen lassen
Darum beginnt die Zeit der drei Wochen mit einem Fasttag.
Fasten ist nicht Selbstzweck.
Es soll das Herz wecken.
Der Hunger erinnert daran, dass unsere Seele nach etwas Tieferem hungert
– nach Nähe zu HaSchem.
Die Nekuda Tova: Der unzerstörbare Punkt im Menschen
Rebbe Nachman sz“l sprach oft vom Nekuda Tova,
dem guten Punkt in jedem Menschen.
Auch wenn vieles zerstört scheint,
bleibt dieser Punkt unzerstörbar.
Der Beis HaMikdasch mag zerstört worden sein
– der g“ttliche Funke im jüdischen Herzen jedoch niemals.
Der Anfang des Wiederaufbaus
Vielleicht ist dies die Botschaft des 17. Tammuz:
Nicht auf die eingestürzten Mauern zu schauen,
sondern auf den Punkt, von dem aus der Wiederaufbau beginnt.
Reb Nosson von Breslov sz“l schreibt, dass jede ehrliche Tefillah,
jeder kleine Akt der Teschuvah und
jede Mitzvah ein weiterer Stein im Wiederaufbau des Beis HaMikdasch ist.
Niemand ist zu klein, um daran mitzubauen.
Von der Zerbrochenheit zur Hoffnung
So wird aus einem Tag des Mangels auch ein Tag der Hoffnung.
Gerade dort,
wo wir den Bruch spüren,
kann HaSchem eintreten.
Gerade aus der Zerbrochenheit entsteht das neue Lied.
Die wichtigste Mauer: Die Mauer der Emunah
Mögen wir lernen, niemals aufzugeben, unsere guten Punkte zu entdecken und mit jeder Tefillah und jeder guten Tat am Wiederaufbau Jeruschalajims und unseres eigenen Herzens mitzuwirken.
Ein besonders schöner Breslover Gedanke für den Abschluss ist:
Die Mauern Jeruschalajims fielen nicht deshalb,
weil HaSchem sein Volk verlassen hatte, sondern damit der Mensch erkennt,
dass die wichtigste Mauer nicht aus Stein besteht, sondern aus Emunah.
Sobald diese Mauer wieder aufgebaut wird,
beginnt auch der Wiederaufbau des Beis HaMikdasch.
