Pesach Sederabend
Von: Jisrael Jitzchak Rosenfeld
Eines der verborgenen Geheimnisse des Sederabends ist:
Niemand schenkt sich selbst Wein ein.
Denn es ziemt sich nicht für einen freien Menschen, seinen eigenen Becher zu füllen.
Aber…
am Ende schenkt jeder für jemand anderen ein.
Was haben wir also gewonnen?
Hier liegt das Geheimnis wahrer Freiheit:
Ein wahrhaft freier Mensch ist stets darauf bedacht, anderen zu geben.
In einer verfeinerten Wirklichkeit
– wie dem Sederabend–
bin ich nicht auf mich selbst konzentriert, gerade weil ich darauf konzentriert bin, anderen Gutes zu tun.
Rav Yosef Karo (dessen Jahrzeit heute ist) schreibt im Beis Yosef:
Man darf sich sogar beim Essen von Maror hinlegen.
Die Tiefe darin ist –
ein wahrhaft freier Mensch
blickt auf die Bitterkeit
und versteht:
Sie war Teil des Prozesses.
Ohne Bitterkeit gibt es keine Freiheit.
Selbst in der Bitterkeit
ist ein Funke Erlösung.
Und wer das erkennt,
kann sich zurücklehnen, selbst während er die Bitterkeit schmeckt.
Möge uns diese Art von Freiheit vergönnt sein.
Chag Sameach!!
