Von: Jisrael Jitzchak Rosenfeld
Einst reisten ein Jude und ein Nichtjude gemeinsam als Bettler.
Der Jude lehrte den Nichtjuden, sich als Jude auszugeben,
damit die Leute Mitleid mit ihm hätten
und ihn zum Seder einluden.
Und so geschah es
–am Sederabend wurde er in ein jüdisches Haus eingeladen.
Er hungerte…
aber statt Essen gab es –Lieder und Geschichten.
Schließlich wurde Matze
serviert
–und er aß so viel er konnte.
Dann kam der Maror
–und auch den verschlang er.
Doch die Bitterkeit war unerträglich
–und er stürmte hinaus,
wütend, frustriert
–und immer noch hungrig.
Ein paar Stunden später –traf er seinen jüdischen Freund
–glücklich, ruhig und satt.
Er erzählte ihm, was geschehen war.
Der Jude antwortete:
„Du Narr … hättest Du nur ein wenig länger gewartet
– dann hättest Du ein königliches Festmahl verdient.“
Unmittelbar nach „maror“ folgt „Schulchan Orech“.
Möge uns die Kraft geben, die Bitterkeit zu ertragen und nicht kurz vor dem Überfluss wegzugehen.
