Von: Jisrael Jitzchak Rosenfeld
Likkutei Moharan I, §282 – „Azamra le-Elokai be’odi“ TEIL 1
(„Ich will HaSchem singen, solange ich noch bin“ – Psalm 146,2)
Hauptthema: Die guten Punkte finden – „Nekudos Towos“
Rabbi Nachman lehrt in diesem Abschnitt eines seiner bekanntesten und meistgeliebten Prinzipien:
Man soll in jedem Menschen – und auch in sich selbst – das Gute suchen.
Kernaussage
Selbst im größten Sünder gibt es immer noch einen Funken des Guten, einen Punkt der Reinheit, der nicht verdorben wurde.
Wenn man diesen Punkt findet und sich auf ihn konzentriert, hebt man diesen Menschen (oder sich selbst) aus der Dunkelheit empor.
Wortlaut (sinngemäß übersetzt)
„Wisse: Man muss jeden Menschen zum Guten beurteilen.“
Selbst wenn Du jemanden siehst, der ganz böse ist,
musst du in ihm ein wenig Gutes suchen.
Denn wenn Du etwas Gutes in ihm findest, ist er in diesem Punkt nicht böse.
Und indem Du ihn nach diesem Guten beurteilst,
bringst du ihn dazu, dass er sich wirklich zum Guten wendet.“
Rabbi Nachman wendet dieses Prinzip dann auf das eigene Selbst an:
So wie man das Gute in anderen sucht,
soll man auch in sich selbst das Gute suchen.
Auch wenn man viele Fehler und Sünden sieht –
wenn man ein kleines bisschen Gutes in sich findet,
dann kann man sich darüber freuen und anfangen, zu singen.
Denn es steht geschrieben:
„Azamra le-Elokai be’odi„
– Ich will meinem Schöpfer singen mit dem, was noch in mir ist.“
Zentrale Idee
Jeder Mensch hat heilige Funken (Nekudos Towos) in sich.
Wenn man diese erkennt und wertschätzt, entsteht Freude und Lebenskraft.
Diese guten Punkte sind wie musikalische Noten, aus denen eine Melodie des Lebens entsteht.
Aus dem Guten heraus kann man HaSchem „singen“ – also mit Freude und Liebe dienen.
Praktische Bedeutung
Wenn Du Dich niedergeschlagen fühlst, erinnere Dich:
Es gibt immer noch etwas Gutes in Dir.
Finde es, halte daran fest, und daraus entsteht neue Hoffnung.
Wenn Du das Gute in anderen siehst, hilfst du ihnen, sich selbst zu erheben.
Berühmtes Zitat von Rabbi Nachman
„Wenn man die guten Punkte in sich und in anderen sammelt,
entsteht daraus eine Melodie –
und durch diese Melodie kann man HaSchem dienen mit Freude.“
