Von: Jisrael Jitzchak Rosenfeld
דרשה –אֶה-ְיֶה אֲשֶׁר אֶה-ְיֶה
Nach Breslover Chassidus und Kabbala
Als Mosche Rabbeinu sz“l am brennenden Dornbusch fragt:
„Was ist Dein Name?“
, antwortet HaSchem:
אֶה-ְיֶה אֲשֶׁר אֶה-ְיֶה
Eh-je Ascher Eh-je
– „ICH werde sein, der ICH sein werde.“
Die Weisen lehren,
dass der Name
אֶהְ-יֶה
(Eh-je) aus der Wurzel
היה
(„sein“) stammt.
Die Form weist auf das Zukünftige hin:
„Ich werde sein.“
Der Mensch kennt seine Zukunft nicht.
Doch HaSchem kennt sie bereits.
Deshalb sagt ER nicht nur:
„Ich bin“,
sondern
„Ich werde sein“
– in jeder Situation,
in jedem Exil und bei jeder Erlösung.
Die Kabbala verbindet den Namen
אֶהְ-יֶה
mit der
סְפִירַת כֶּתֶר
(Sefiras Keter)
– der höchsten Offenbarung des g“ttlichen Willens
(רָצוֹן הָעֶלְיוֹן
– Ratzon HaElyon).
Dort beginnt alles,
bevor es in der Welt sichtbar wird.
Rabbi Nachman von Breslov sz“l lehrt,
dass die wichtigste Eigenschaft eines Juden die
הִתְחַדְּשׁוּת
(His’chadschus)
– die tägliche Erneuerung – ist.
Denn jeder Tag ist eine neue Schöpfung
(בְּרִיאָה חֲדָשָׁה
– Beri’ah Chadashah).
Deshalb passt gerade der Name Eh-je zu diesem Weg:
HaSchem offenbart sich immer neu.
Die beiden Worte
אֶהְ-יֶה … אֶהְ-יֶה
lehren,
dass jede geistige Stufe nur der Anfang der nächsten ist.
Es gibt immer ein weiteres Eh-je,
eine tiefere Offenbarung.
Zwischen ihnen steht
אֲשֶׁר
(Ascher).
Der Chassidus sieht darin eine Verbindung:
Alles, was heute verborgen ist, wird morgen offenbart.
Das heutige Eh-je führt zum
morgigen Eh-je.
Darum sagt
Rabbeinu Nachman sz“l:
אַל תִּתְיָאֵשׁ
(Al titja’esch)
–„Verzweifle niemals.“
Warum?
Weil HaSchem nicht sagt:
„Ich war“
, sondern
„אֶהְ-יֶה“
– „Ich werde sein.“
Solange der Mensch lebt,
ist die Tür der
תְּשׁוּבָה
(Teschuvah) offen.
Solange HaSchem Eh-je spricht,
gibt es Zukunft, Hoffnung
(תִּקְוָה
–Tikvah)
und Nähe
(קִרְבַת אֱלֹהִים
– Kirvas Elohim).
Abschluss:
.אֶהְ-יֶה עִמָּךְ בְּכָל דֶּרֶךְ
Eh-je immach bechol derech.
„ICH werde mit Dir sein auf jedem Weg.“
Das ist die Botschaft des Namens
:אֶה-ְיֶה אֲשֶׁר אֶה-ְיֶה
HasSchems Gegenwart ist nicht auf die Vergangenheit beschränkt.
Sie geht dem Menschen voraus und begleitet ihn in jede Zukunft.
