Jüdisch! Die Tora lernen und leben.

Tiefe chassidische Gedankenp zu Paraschas Chukas

–פרשת חוקת

Die Weisheit,

die verborgen bleibt

Emunah über dem Verstand in Breslov, Sohar und Kabbala

Oder:

Die Geburt des Lichts aus der Dunkelheit.

Das Geheimnis der Roten Kuh nach Rebbe Nachman, dem ARIzal und dem Sohar

Paraschas Chuka beginnt mit den berühmten Worten:

זֹאת חֻקַּת הַתּוֹרָה

„Dies ist die Satzung (Chok) der Tora.“

— Bamidbar 19,2

Raschi sz“l erklärt dort:

גזירה היא מלפני ואין לך רשות להרהר אחריה

„Es ist ein g“ttlicher Erlass; Du hast kein Recht, darüber zu spekulieren.“

— Raschi sz“l zu Bamidbar 19,2

Gerade deshalb sahen die Chassidim in der Para Aduma (Roten Kuh) nicht nur ein Gesetz,

sondern einen Weg zur Emunah.

Dort, wo der Verstand endet, beginnt die Bindung an HaSchem.

Der Chok und die Breslover Emunah

Rabbeini sz“l lehrte:

עִקַּר הַיְּהוּדִי הוּא הָאֱמוּנָה

„Das Wesen des Juden ist der Glaube.“

— Likkutei MoHaRan I, 64

Wenn die Tora sagt:

„Dies ist die Satzung der Tora“, bedeutet dies nach Breslov:

Nicht nur die VIER

ParaH Aduma ist ein Chok; die gesamte Beziehung zu Haschem gründet letztlich auf Emuna, die über den Verstand hinausgeht.

Das kosmische Ei im Sefer Jezira

DDas Bild des Eies erscheint bereits in den frühen kabbalistischen Quellen als Symbol verborgenen Potentials.

Im Sefer Yetzirah heißt es:

עֶשֶׂר סְפִירוֹת בְּלִימָה

„Zehn Sefirot des Nichts.“

— Sefer Jezira 1:1

Vor jeder Offenbarung existiert die Wirklichkeit verborgen wie ein Ei, dessen Leben unsichtbar in einer Schale ruht.

Die Para Aduma lehrt dasselbe Prinzip:

Äußerlich sehen wir Asche. Innerlich entsteht Reinigung.

Äußerlich sehen wir Tod. Innerlich wird Leben erneuert.

Äußerlich sehen wir ein Ei. Innerlich verbirgt sich eine ganze Welt.

Das Ei und die lurianische Kabbala

Isaak Luria erklärt,

dass die Schöpfung durch den Zimzum begann:

צמצם את עצמו אין סוף בנקודה האמצעית

„Das Unendliche zog sich in den Mittelpunkt zurück.“

— Etz Chaim, Hechal Alef, Anaf 2

Nach dem Tzimzum entstand ein leerer Raum, in welchem die Welten geformt wurden.

Die Kabbalisten vergleichen diesen Zustand mit einem Ei:

Eine äußere Hülle umschließt ein verborgenes Leben.

So wie das Küken die Schale zerbrechen muss,

um geboren zu werden, muss die Seele ihre Begrenzungen durchbrechen.

Die Asche der Parah Adumah symbolisiert gerade diesen Prozess:

Tod der alten Form, Geburt einer höheren Reinheit.

Der Sohar:

Das verborgene Licht in der Schale

Der Sohar beschreibt die Entstehung der Schöpfung:

כְּבַר בּוּצִינָא דְקַרְדּוּנִיתָא

„Wie ein verborgener Lichtfunke.“

— Sohar I, 15a

Und weiter:

לֵית אֲתַר פָּנוּי מִנֵּיהּ

„Kein Ort ist frei von Ihm.“

— Sohar III, 288a

Selbst dort,

wo wir Dunkelheit sehen,

befindet sich g“ttliches Licht.

Das Ei ist deshalb ein tiefes Symbol der Kabbala:

Die Schale verdeckt das Leben nicht,

sondern schützt es.

Ebenso verbirgt die Chok der Parah Adumah die g“ttliche Weisheit nicht

– sie bewahrt sie vor einer Erkenntnis, die noch nicht reif ist.

Die rote Kuh und die Paradoxie des Lebens

Die Mischna lehrt:

מטהרת את הטמאים

ומטמאת את הטהורים

„Sie reinigt die Unreinen und verunreinigt die Reinen.“

— Mischna Para 4:4

Dies ist das große Geheimnis der Chok.

Die gleiche Handlung bewirkt Gegensätze.

Der Sohar erklärt:

מִסִּטְרָא דְחַיֵּי נָפֵיק מוֹתָא וּמִמּוֹתָא נָפֵיק חַיֵּי

„Aus der Seite des Lebens tritt der Tod hervor, und aus dem Tod tritt Leben hervor.“

— Sohar III, 181b

Gerade durch die Begegnung mit Vergänglichkeit wird die Seele für ewiges Leben geöffnet.

Das zerbrochene Ei und das zerbrochene Herz

Rabbeini Nachman sz“l lehrte:

אֵין שָׁלֵם כְּלֵב נִשְׁבָּר

„Nichts ist vollständiger als ein gebrochenes Herz.“

— Sichos HaRan 87

Ein Ei muss zerbrechen,

damit Leben hervorkommt.

Ein Herz muss sich öffnen,

damit g“ttliches Licht eintreten kann.

Die Parah Adumah wird verbrannt und zu Asche.

Das Ei zerbricht.

Die Schale fällt.

Die Seele wird neu geboren.

Praktische Lehre für unsere Zeit

Paraschas Chukas fordert uns auf:

Wenn Du nicht verstehst

– glaube.

Wenn Du Dunkelheit siehst

– suche das Licht.

Wenn Dein Herz zerbrochen ist

– erkenne darin den Beginn einer neuen Schöpfung.

Wie das Ei die Möglichkeit eines ganzen Lebens enthält, so enthält jede Prüfung bereits die

zukünftige Erlösung.

זֹאת חֻקַּת הַתּוֹרָה

„Dies ist die Satzung der Tora.“

Der Chok ist nicht das Ende des Verstehens,

sondern der

Anfang einer tieferen Beziehung zu HaSchem.

Der Chassidus von Breslov lehrt,

dass hinter jeder Schale ein Licht verborgen ist,

hinter jeder Asche eine Reinigung,

hinter jedem Ende ein neuer Anfang.

Möge HaSchem uns die Emunah schenken, auch dort zu vertrauen,

wo wir nicht verstehen, und das verborgene Licht in allen Dingen zu erkennen.

אוֹר זָרוּעַ לַצַּדִּיק

„Licht ist ausgesät für den Gerechten.“

— Tehillim 97,11

Cookies Notice

Our website uses cookies. If you continue to use this site we will assume that you are happy with this.