Von: Jisrael Jitzchak Rosenfeld
Zum Thema der Nedarim kommentiert Raschi sz“l:
„Wenn ihr Euch verpflichtet habt, das ganze Jahr über Opfergaben darzubringen,
ist es ein Gebot, sie während des Feiertags in Jeruschalajim darzubringen.
Ob es sich um Nedarim oder freiwillige Opfergaben handelt,
bringt sie am Festtag dar
– andernfalls könnte es schwierig werden,
später nach Jeruschalajim zurückzukehren,
um sie zu erfüllen,
und ihr könntet das Gebot ‚Zögere nicht‘ (bal te’acher) übertreten.“
Deshalb beginnt die Paraschas Matos mit den Gesetzen der gesprochenen Nedarim
– um den Zusammenhang zwischen versprochenen Opfergaben und persönlichen Gelübden aufzuzeigen.
Die Tora lehrt uns,
dass ein Neder die einzigartige Fähigkeit besitzt,
etwas aus der gewöhnlichen Welt zu nehmen und es in den Bereich der Heiligkeit zu erheben.
Dies ist das tiefe Geheimnis eines Neders:
Wenn um Mensch ein Gelübde ablegt,
verlagert er seinen
„Wohnort“
vom
Bereich des Weltlichen in den Bereich der Keduscha.
Das hebräische Wort Neder
(נדר)
kann als
„Dar-Nun“ verstanden werden
– im Nun, dem fünfzigsten Tor, zu wohnen (Dar), welches den Bereich höchster Heiligkeit repräsentiert.
Möge es uns allen gelingen,
mit diesem Bewusstsein zu leben und in diesen Bereich der Keduscha einzutreten!
