Von: Jisrael Jitzchak Rosenfeld
Tzitzis – stärker als jedes Amulett
צִיצִית – יוֹתֵר חֲזָקוֹת מִכָּל קָמֵעַ
Die gewaltige Kraft der Tzitzis nach
- Rebbe Nachman sz“l,
- Reb Nosson sz“l
- und dem Yanuka – HaRav Shlomo Yehuda Be’eri shlita
„וּרְאִיתֶם אֹתוֹ וּזְכַרְתֶּם אֶת־כָּל מִצְוֹת ה‘ וַעֲשִׂיתֶם אֹתָם“
„Ihr sollt sie ansehen und dadurch an alle Gebote Haschems denken und sie erfüllen.“
(Bamidbar 15,39)
In Zeiten der Unsicherheit suchen viele Menschen nach Schutz.
Manche tragen ein Kamea (קָמֵעַ)
– ein Amulett, auf dem heilige Namen HaSchems oder Verse aus der Tora geschrieben sind.
Bereits im Talmud wird ein Kamea mumche („bewährtes Amulett“) erwähnt
(Schabbat 61a), und unter bestimmten Voraussetzungen wird seine Verwendung halachisch anerkannt.
Dennoch betonen unsere Weisen,
dass ein Kamea niemals den Platz von Emunah, Tefillah und der Erfüllung der Mitzvos einnimmt.
Die größte „Segulah“ ist immer die Mitzvah selbst.
HaSchem hat dem jüdischen Volk deshalb etwas gegeben,
das weit mehr ist als ein äußerer Schutzgegenstand:
die Tzitzis.
Rebbe Nachman von Breslov sz“l lehrt,
dass der wichtigste Kampf des Menschen in seinen Gedanken geführt wird.
„עִקַּר קְדֻשַּׁת יִשְׂרָאֵל הוּא לִשְׁמֹר אֶת הַמַּחֲשָׁבָה“
Die eigentliche Heiligkeit besteht darin, die Gedanken mit
HaSchem zu verbinden.
Genau dazu dienen die Tzitzis.
Ein Blick auf sie kann den Menschen aus Zerstreuung, Versuchung und Verwirrung zurück zur Gegenwart HaSchems führen.
Reb Nosson sz“l schreibt in Likkutei Halachos (Hilchos Tzitzis),
dass die Tzitzis den Menschen selbst dann festhalten,
wenn er bereits gefallen ist.
Solange ein Jude seine Tzitzis trägt und sich an ihre Bedeutung erinnert,
bleibt die Verbindung zu HaSchem bestehen.
Auch der Yanuka, HaRav Shlomo Yehuda Be’eri shlito spricht häufig darüber,
dass Menschen ihre Hoffnung nicht auf äußere Gegenstände setzen dürfen.
Er erklärt sinngemäß, dass die größte Segulah nicht darin besteht, etwas Heiliges am Körper zu tragen, sondern selbst zu einem Gefäß der Heiligkeit zu werden.
Die Tzitzis begleiten den Menschen den ganzen Tag.
Sie erinnern ihn bei jedem Schritt daran, wem er gehört.
Ein Kamea kann getragen werden.
Die Tzitzis müssen gelebt werden.
Ein Kamea wirkt
– sofern überhaupt – nur als Unterstützung.
Die Tzitzis hingegen erfüllen unmittelbar den Willen HaSchems.
Darin liegt ihre einzigartige Kraft.
Warum sind die Tzitzis stärker?
Die Tora sagt:
„וְלֹא תָתוּרוּ אַחֲרֵי לְבַבְכֶם וְאַחֲרֵי עֵינֵיכֶם“
„Folgt nicht eurem Herzen und euren Augen.“
Die Augen führen den Menschen oft weg von HaSchem.
Die Tzitzis führen ihn immer wieder zurück.
- Sie reinigen den Blick.
- Sie heiligen den Gedanken.
- Sie stärken die Emunah.
- Sie erinnern an alle 613 Mitzvos.
Darum sind sie stärker als jedes Amulett:
Nicht weil sie magisch wären, sondern weil sie den Menschen dauerhaft mit HaSchem verbinden.
Die Umarmung HaSchems
Der Zohar beschreibt die Tzitzis als ein Gewand der Keduscha.
Wenn ein Jude den Tallis Katan trägt, ist er gleichsam von den Mitzvos umhüllt.
Die Tzitzis sind keine magischen Fäden.
Sie sind die sichtbare Erinnerung daran, dass HaSchem jeden Augenblick mit uns ist.
Wer sie betrachtet,
wer sie beim Schema küsst und ihre Bedeutung verinnerlicht, trägt den
größten Schutz bei sich
– die Nähe des Schöpfers.
Denn der stärkste Schutz ist nicht ein Kamea.
Der stärkste Schutz ist ein Leben, das an HaSchem gebunden ist.
