Geistige Verwirrung geht messianischen Zeiten voraus – Ovadias Warnung an den Westen
In Parscha Mikejts lesen wir, wie sich das jüdische Volk nach und nach außerhalb Israels in Ägypten ansiedelte, nachdem Joseph vom Pharao zum Vizekönig ernannt worden war. Außerhalb Israels stellt die Möglichkeit antisemitischer Ausbrüche jedes Mal eine große Bedrohung für die Existenz unseres Volkes dar. Wir verlieren auch viele jüdische Bürger durch Assimilation.
Wir feiern jetzt Chanuka und singen dabei „Bajamim hahejm bazeman haze – es geschah damals, aber es ist auch heute noch aktuell“. Gerade die ungerechte Behandlung von Juden außerhalb Israels ist ein Thema, das schon vor langer Zeit von den Propheten des Tenach (der Bibel) diskutiert wurde. Um mich herum sehe ich eine ganze Menge Verwirrung. Ich höre von der Verwirrung des Deutschen Klerus. Ich sehe, wie das Deutsche Volk mit großen und grundlegenden Fragen ringt, die jeden betreffen und zur Verzweiflung über die eigene Identität und die Entscheidung darüberführen, wer wir sind und wo wir stehen. Alles, woran wir geglaubt haben, wird in seinen Grundfesten erschüttert.
G’tt ist mein Hirte
Ich lese wieder Psalm 23: „ G’tt ist mein Hirte, mir fehlt nichts“. Das hört sich alles ganz nett an, aber die Realität sieht anders aus. Die erste Person in der Tora, die G’tt „mein Hirte“ nennt, ist Ja’akov (Gen 48,15). Ja’akov hatte kein einfaches Leben. Schauen Sie ein wenig weiter in Psalm 23: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn Du bist bei mir… Du bereitest mir den Tisch vor den Augen meiner Widersacher“.
Ja’akov, der founding father des Judentums
Der Psalmist, König David, wusste besser als jeder andere, dass Ja’akov der erste war, den G’tt „mein Hirte“ nannte, und dass Ja’akov der „founding father“ des jüdischen Volkes als Volk des Buches und nicht als Volk des Krieges, der Waffen und des Bombardements war. „Ich werde für immer im Haus G’ttes bleiben“. Das Haus G’ttes sind unsere Synagogen und Häuser des Lernens, aus denen die Tora und das geistige Erbe des Glaubens und die G’ttesfurcht hervorgehen.
Rückblickend verlief alles gut
Ja’akov hatte schrecklich viele Feinde und erlebte unglaublich viel Negatives in seinem Leben. Dennoch blieb dieser dritte Erzvater standhaft in seinem Glauben und seinem Festhalten an der Tora. Dies brachte ihm schließlich am Ende seines Lebens spirituellen Frieden, als er nach 22 Jahren mit seinem Sohn Josef wiedervereint war und sah, wie sich das jüdische Volk in Ägypten vergrößerte. Rückblickend konnte Ja’akov sagen: „Ja, in der Tat, Güte und Barmherzigkeit werden mir alle Tage meines Lebens folgen“.
Die Perspektive des Propheten Ovadia
Vor einigen Wochen lasen wir in der Synagoge das kürzeste Buch der Bibel, Ovadia, bestehend aus nur 21 Versen. Der Prophet Ovadia war ein Bekehrter aus dem Stamm Edom, den Nachkommen Esaus, dem Bruder und Erzfeind von allem, wofür Ja’akov stand. Aber gerade dieser Ovadia malt das Ende der Zeit und beschreibt den schrecklichen Krieg gegen Israel.
Der Erbe von Edom
Das Buch Ovadia behandelt zwei Themen: eine Vision von Edom (Verse 1-16). Das Ende (Verse 17-21) beschreibt die Wiederherstellung Israels. Es ist ein langsamer Prozess am Vorabend der Messianischen Zeit, der sich heute vor unserem geistigen Auge entfaltet. Ovadia prophezeit den Fall von Edom. Edom existiert nicht mehr. Aber der Westen wird traditionell als Edoms geistiger Erbe angesehen.
Monster-Bund
Maimonides (1135-1204) beschreibt in seinem Brief an die bedrängten Juden im Jemen, wie Hesekiel und Zacharias, Daniel und Jesaja die Bestandteile dieses Kampfes beschreiben. Die Einzelheiten sind zu für diesen kurzen Artikel zu groß. Maimonides beschreibt, wie der Westen und der Nahe Osten ein Bündnis nach dem Vorbild der Heirat von Esau mit der Tochter Ismaels eingehen (1. Mose 28,9).
Aufwiegelung gegen unsere Kultur
Vor allem an amerikanischen Universitäten nimmt diese Allianz Gestalt an. Viele moderne Amerikanische Studenten folgen allen möglichen aggressiven, zerstörerischen und völlig Antiwestlichen Bewegungen und lassen sich gegen ihre eigene jüdisch-christliche Kultur aufhetzen.
Dies führt zu Feindseligkeit gegenüber ihren eigenen Wurzeln
Ovadia Verse 11 & 12: „Denn in Zeiten der Not hast du Israel im Stich gelassen. Ihr habt beiseite gestanden und nicht die Hand zur Hilfe gereicht, als die einfallenden Truppen ihre Soldaten als Kriegsgefangene nahmen und Jerusalem durch das Los unter sich aufteilten. Ihr wart nicht besser als alle diese Feinde. Das hättet ihr nicht tun dürfen. Ihr hättet nicht schadenfroh sein sollen, als sie euren Bruder in fremde Länder verschleppten. Ihr hättet euch nicht über seinen Unglückstag freuen dürfen. Du hättest ihn nicht verhöhnen sollen, als er in Not war“.
Die schweigende Mehrheit und Schlimmeres
Viel zu viele Menschen aus dem Westen stellten sich weiterhin auf die Seite der Hamas, während sie die grausamsten Morde und Vergewaltigungen seit dem Holocaust mitansehen mussten. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, ging noch einen Schritt weiter, indem er implizit Israel selbst die Schuld gab.
Die Führungskräfte gecancelt und Blindheit überall
„An jenem Tag“, sagt G’tt, „wird kein einziger weiser Mann in Edom gefunden werden. Denn ich werde die Weisen von Edom mit Unvernunft erfüllen“ (Ovadia 8). Geistliche Anführer werden im Westen gefeuert, wenn sie es wagen, die Wahrheit zu sagen. Wir lassen uns von Ideologien blenden, die in Worten, Schriften und Taten versuchen, unsere Kultur zu zerstören. Wir stehen an der Seite oder bemitleiden sie. Möge G’tt uns in diesen Zeiten der Orientierungslosigkeit und Verwirrung helfen. Möge G’tt weiterhin unser Hirte sein. „All die Tage meines Lebens“.
