Jüdisch! Die Tora lernen und leben.

Schewas – Unverlierbare Heiligkeit

Schutz, Segen und Reinheit im Licht der inneren Tora

Zur Jahrzeit des Ozhrover Rebbe, Rav Chaim Epstein זצ״ל

In den inneren Quellen der Tora wird gelehrt, dass der Name des Monats Schewas kein bloßer Kalenderbegriff ist, sondern ein geistiger Schlüssel. Er wird als Akronym aus der kraftvollen Tefila Ana BeKoach verstanden, das der Überlieferung nach von Rav Nechunia ben HaKanah verfasst wurde.

In der abschließenden Bitte dieses Gebets heißt es:

– „Behüte sie, segne sie, reinige sie.“

Diese drei Kräfte

– Schutz, Segen und Reinheit – umfassen alles, was ein Jude im Leben benötigt, sowohl im Sichtbaren als auch im Verborgenen.

Die Kabbala lehrt, dass jeder der zwölf Monate von einer einzigartigen Permutation des Schem HaSchems

 erleuchtet wird. Die Permutation, die Schewas entspricht, ist

, abgeleitet aus dem Vers:

„Wenn man es ersetzt, so sollen es und sein Ersatz heilig sein.“

Die lurianische Kabbala erklärt, dass diese Umstellung des göttlichen Namens keinen Verlust, sondern eine Ausweitung der Heiligkeit darstellt.

Rav Chaim Vital schreibt in Etz Chaim, dass wahre Keduscha, sobald sie im Menschen verankert ist, nicht entfernt werden kann, sondern selbst durch Verhüllung hindurch wirkt.

Ein Austausch erzeugt keine Entweihung, sondern bindet selbst das Ersatzhafte an die Heiligkeit.

Dieses Prinzip wird in der chassidischen Lehre von Rabbeinu  Nachman von Breslov besonders klar formuliert.

In Likkutei MoHaRan (I, 282) lehrt er:

 – „Man muss in ihm suchen und finden noch ein wenig Gutes, denn er ist noch nicht völlig verdorben.“

Selbst dort, wo ein Mensch glaubt, seine Heiligkeit verloren zu haben, bleibt ein innerer Punkt unberührt.

In Sichos HaRan betont Rebbe Nachman, dass ein Jude niemals vollständig von Haschem getrennt sein kann

– selbst wenn er es bewusst versucht –, denn die Verbindung liegt tiefer als jede äußere Identität.

Diese innere Gewissheit steht auch im Zentrum der lurianischen und nachlurianischen Kabbala.

Rav Mosche Chaim Luzzatto (Ramchal) erklärt im Sefer Da’as Tevunos, dass die Seele Jisraels nicht nur Empfängerin des Lichts ist, sondern selbst Trägerin g“ttlicher Ordnung.

Deshalb kann sie nicht entheiligt, sondern nur verdeckt werden.

Der Baal HaSulam beschreibt in seiner Einführung zum Talmud Esser Sefiros, dass selbst der Fall Teil des g“ttlichen Plans ist, da die verborgene Keduscha gerade aus der Entfernung heraus zur Offenbarung drängt.

In ähnlicher Weise lehrt der Baal HaTanja, dass selbst die niedrigste Erscheinung eines Juden aus der Nefesch Elokis gespeist wird, die niemals von ihrem g“ttlichen Ursprung getrennt ist.

Bereits auf der Ebene des Pschas deutet Raschi zu Paraschas Bo dieses Prinzip an. Zum Vers

 Zeichen des Blutes nicht für HaSchem notwendig war, sondern für

Am Jisrael selbst

– damit sie erkennen, dass sie bereits unterschieden, beschützt und geheiligt sind.

Die Erlösung beginnt nicht mit einer Veränderung von außen, sondern mit dem Offenbarwerden einer inneren Zugehörigkeit, die niemals verloren ging.

Im Licht all dessen erhält die heutige Jahrzeit des Ozhrover Rebben, Rav Chaim Epstein זצ״ל, eine besondere Bedeutung in diesem Monat.

Seine Avoda war geprägt von der stillen, tiefen Gewissheit, dass kein Jude jemals verloren ist. Er verkörperte die Lehre, dass selbst dort, wo alles verhüllt scheint, Schutz, Segen und Reinheit weiterwirken.

Sein Leben und seine Führung waren ein lebendiger Ausdruck der Keduscha von Schewas

– einer Heiligkeit, die nicht laut ist, aber unerschütterlich.

So wird Schewas zu einem Monat der Erinnerung und der Erneuerung.

Selbst wenn ein Jude versucht, sich als jemand anderes auszugeben

– als säkular, als skeptisch oder als pessimistisch –,

bleibt seine innere Signatur unverändert.

Mehr noch:

Selbst die Verkleidung wird in die Heiligkeit einbezogen, so wie es die Tora über den Austausch des Geheiligten lehrt.

Ein Jude, der mit Schewas versiegelt ist

 – mit Schmirah, Beracha und Taharah –, kann dies niemals verlieren.

Möge das Verdienst des Ozhrover Rebbe, Rabbi Chaim Epstein זצ״ל, uns in diesem Monat Schewas beistehen,

unsere Schmirah,

unsere Beracha

und unsere Taharah

als Einzelne und als Volk

zu erneuern.

Chodesch Tov.

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