Von: J.J. Rosenfeld
Die Wahrheit als Fundament der Königsherrschaft
עיקר המלכות על ידי האמת
In Paraschas Mischpatim heißt es im Sefer Schemos 21,6:
„וְהִגִּישׁוֹ אֲדֹנָיו אֶל־הָאֱלֹהִים“
„Sein Herr soll ihn zu den Elohim bringen.“
Raschi sz“l kommentiert:
„אל האלהים – לבית דין“
„Zu den Elohim – das heißt: zum Beit Din.“
(Raschi, Schemos 21:6,)
Die Mechilta präzisiert:
„אין אלהים אלא דיינים“
„Elohim bedeutet Richter.“
(Mechilta d’Raschbi, Parascha 2, Exodus 21:6)
Und der Talmud (Sanhedrin 7a) sagt:
„כל דיין שדן דין אמת לאמיתו
משרה שכינה בישראל“
„Jeder Richter, der wahres Recht spricht, lässt die Schechina in Israel wohnen.“
_Damit wird klar:_
Königsherrschaft und g“ttliche Gegenwart entstehen nur durch Wahrheit
(אמת)
und gerechtes Urteil
(דין).
Der Knecht spricht:
„אָהַבְתִּי אֶת־אֲדֹנִי … לֹא אֵצֵא חָפְשִׁי“
„Ich liebe meinen Herrn … ich will nicht frei ausgehen.“
Er wählt Bindung an Wahrheit und göttliche Ordnung statt äußerlicher Freiheit.
Ein kleiner Nachruf, am 23. Schewas war die Jahrzeit vom Sar Schalom, dem Rav Schlomo Rokeach, dem Belzer Rebben sz“l.
Seine themenbezogene Lehre:
HaSchems Königsherrschaft zeigt sich durch Umsetzung von Mischpatim im Alltag:
Gesetzestreue, Fürsorge für andere, gerechte Urteile.
Freiheit ohne Bindung an g“ttliche Ordnung ist leer; wahre Freiheit entsteht durch bewusste Annahme g“ttlicher Wahrheit und Malchus.
Heute, am 26. Schewas, ist die Jahrzeit von HaRav Tzaddok HaKohen von Lublin.
Seine Themenbezogene Lehre zur Parascha:
Mischpatim zeigt, dass Gesetze das Gefäß bilden, in dem das Licht von Sinai dauerhaft wohnt.
G“tteserkenntnis erblüht nur dort, wo der Mensch seine innere Wurzel kennt und Treue zu Wahrheit und Gerechtigkeit zeigt.
Auch Rabbeinu Nachman von Breslov sz“l betont in _Likkutei MoHaRan I,62_:
„עיקר המלכות על ידי האמת“
„Das Wesen der Königsherrschaft gründet auf Wahrheit.“
Rav Jehuda Aryeh Leib Alter von Gur, der Sfas Emes sz“l, erklärt:
„המשפטים הם הכנה להשראת השכינה“
„Die Gesetze sind Vorbereitung für das Einwohnen der Schechina.“
(Sfas Emes, Schemos 21:6),
Die Lehren der Belzer Chassidim (Sar Schalom / Daschalow) verbinden diese Prinzipien mit praktischer Umsetzung:
Gerechtigkeit,
Fürsorge und
Treue zu den Gesetzen ziehen die Schechina in die Welt.
Der Baal HaSulam sz“l schreibt in Sulamos, dass die Einhaltung der g“ttlichen Gesetze und die geordnete Struktur (Din) die spirituellen Kanäle öffnet, durch die G“ttes Königsherrschaft wirksam wird.
(Baal HaSulam, Sulamos, §62)
Kabbalistisch lehrt der Zohar:
„קודשא בריך הוא ואורייתא וישראל חד הוא“
„Der Heilige, die Tora und Israel sind eins.“
(Zohar, Bereschis 1:1a),
Der heilige Jitzchak Luria, ARIzal erklärt, dass Malchus durch
תיקון הדין
– die Läuterung des Gerichts
– erhoben wird.
Mosche Chaim Luzzatto sz“l schreibt in Derech HaSchem:
„תכלית הבריאה להיטיב לנבראיו“
„Das Ziel der Schöpfung ist es, Gutes zu tun, doch nur dort, wo geordnete Wahrheit und gerechtes Handeln herrschen.“
(Derech HaSchem, Teil 1, Kapitel 1)
So erscheint der Knecht von Mischpatim als Symbol des Menschen, der freiwillig Bindung an Wahrheit,
Malchus und
Schechina wählt.
Freiheit ohne
אמת
bleibt leer;
אמת
aber führt zur bewussten Annahme g“ttlicher Königsherrschaft und macht den Alltag selbst zum Wohnort der g“ttlichen Gegenwart.
