Jüdisch! Die Tora lernen und leben.

HaSchem zählt die Namen der Schiwtei Jisrael erneut, um Seine Liebe zu ihnen zu zeigen

Paraschas Schemos beginnt mit den Worten

„וְאֵלֶּה שְׁמוֹת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל“,

 und gerade mit diesen Worten öffnet sich bereits ein tief chassidischer Zugang zum ganzen Buch des Galus.

Raschi erklärt, dass HaSchem die Namen der Schiwtei Jisrael erneut zählt, um Seine Liebe zu ihnen zu zeigen.

Im Chassidus, besonders im Denken des Bnei Jissaschar, ist ein Name jedoch weit mehr als eine äußere Bezeichnung.

Der Name ist der Ausdruck des inneren Wesens der Neschama. Dass das Buch des Exils mit „Namen“ beginnt, ist daher kein Zufall:

Solange ein Jude seinen inneren Namen, seine geistige Identität, bewahrt, kann ihn kein Galus innerlich versklaven.

Gerade dieser Gedanke verbindet Paraschas Schemos auf innige Weise mit der Yahrzeit des Bnei Jissaschar, Rabbi Zvi Elimelech von Dinov. Sein ganzes Wirken war darauf ausgerichtet, die innere Identität Israels freizulegen und zu stärken.

In seinen Lehren über die Heiligkeit der Zeiten, der Minhagim und der verborgenen Tiefen der Tora zeigt er immer wieder, dass selbst im dunkelsten Galus eine innere Ordnung und göttliche Führung wirkt.

Der Galus ist nicht nur Strafe, sondern auch ein Raum, in dem sich die tiefsten Kräfte der Neschama offenbaren können.

Wenn die Tora davon spricht, dass ein neuer Pharao aufstand, „der Josef nicht kannte“, so erklären die chassidischen Meister, dass es sich nicht um mangelndes Wissen, sondern um bewusstes Vergessen handelt.

Pharao kappte die Verbindung zur Vergangenheit, zu Dankbarkeit und innerer Wahrheit.

Wer seine Wurzeln vergisst, wird formbar und beherrschbar.

Deshalb ist die Verbindung zu den Tzaddikim jeder Generation so entscheidend, insbesondere an ihrer Yahrzeit.

An diesem Tag leuchtet ihre Neschama stärker und gibt Kraft, die eigene innere Erinnerung zu erneuern.

Die Geburt Mosches geschieht ausgerechnet im Moment der größten Finsternis.

Chassidisch gesehen ist dies ein Grundgesetz der Geula:

Mosche Rabbeinu ist die umfassende Seele der Erlösung, doch in jeder Generation gibt es Tzaddikim, die Funken dieser Seele tragen.

Der Bnei Jissaschar gehört zu jenen Tzaddikim, deren Lehren bis heute helfen, im Galus innerlich frei zu bleiben und die kommenden Stufen der Erlösung bereits jetzt zu erahnen.

Paraschas Schemos lehrt uns damit nicht nur eine historische Erzählung, sondern eine zeitlose innere Avoda.

Jeder Mensch hat sein persönliches Mitzrajim, seine Enge und Begrenzung.

Der Weg hinaus beginnt damit, den eigenen „Namen“ nicht zu verlieren, sich an die eigene Neschama zu erinnern und sich mit den Tzaddikim zu verbinden.

In diesem Sinn ist die heutige Yahrzeit des Bnei Jissaschar eine Einladung, die innere Freiheit neu zu entdecken.

Solange ein Jude seinen Namen kennt und bewahrt, ist er im Innersten bereits בן חורין, und die Geula ist nicht fern, sondern wächst schon im Verborgenen.

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