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Mosche Rabbeinu begegnet HaSchem als הויה – als dem, der im Leiden Am Jisraels anwesend ist, der im Werden des Volkes mitgeht

Von: J.J. Rosenfeld

Chaverim, eine Besonderheit viel mir im Originaltext unserer Parascha auf. 

Das ist nicht nur das umgestellte Tetragrammaton sondern auch die Präsenzform, weiblich von

להיות 

(sein).

Vergangenheit היא היתה

Zukunft תהיה

Zufall? 

Wohl kaum. 

Was hat es mit diesem Namen auf sich? Hei-Vav-Jud-Hei.

Hier eine mögliche Erklärung.

In Paraschat Wa’era tritt der g“ttliche Name in einer Tiefe hervor, die weit über eine bloße Benennung hinausgeht. Es ist nicht nur das bekannte Tetragrammaton, das hier mitschwingt, sondern die Form 

הויה, 

die Gegenwartsform von

להיות

 – sein. 

Vergangenheit ist 

הייתה,

 Zukunft

 תהיה, 

doch die Gegenwart, das unaufhörliche Jetzt des Seins, ist 

הויה. 

Diese Form ist grammatikalisch weiblich, und genau darin liegt eine der feinsten und zugleich tiefsten Aussagen der Tora.

Weiblichkeit im Hebräischen ist nicht passiv, sondern tragend.

Das Weibliche ist der Ort, an dem Potential Wirklichkeit wird. 

Wenn also das g“ttliche Sein in der Form 

הויה 

erscheint, dann nicht als fernes Prinzip oder abstrakte Macht, sondern als präsente, gebärende Wirklichkeit. HaSchem wird nicht nur gedacht, sondern gegenwärtig erfahren 

– wie eine Matrix des Seins, die alles durchdringt und hervorbringt.

Der Name 

י־ה־ו־ה

 wird in der jüdischen Überlieferung als Einheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verstanden. 

Doch 

הויה 

verschiebt den Schwerpunkt: 

Nicht alle Zeiten zugleich, sondern die fortwährende Gegenwart. 

Das Sein ereignet sich jetzt. 

Diese Gegenwart ist weiblich, weil sie nicht fixiert, sondern fließend ist, nicht abgeschlossen, sondern sich ständig neu offenbart. Weiblichkeit bedeutet hier: 

Nähe, 

Immanenz, 

das Bleiben im Prozess.

Gerade in Wa’era, im Moment der beginnenden Befreiung aus Mizrajim, ist dies entscheidend. 

Die Erzväter kannten HaSchem als den Verheißenden, den Lenker der Geschichte.

Mosche Rabbeinu begegnet HaSchem als 

הויה

 – als dem, der im Leiden Am Jisraels anwesend ist, der im Werden des Volkes mitgeht. 

Das ist kein G“tt, der von außen eingreift, sondern Einer, der im Inneren der Wirklichkeit wohnt. 

Diese Dimension entspricht der späteren Vorstellung der Schechina, der g“ttlichen Gegenwart, die mit Am Jisrael ins Exil geht 

– ebenfalls weiblich gedacht.

Die Buchstabenfolge Hei–Vav–Jud–Hei lässt sich so nicht als statischer Name lesen, sondern als Bewegung: *Offenbarung,* *Verbindung,* erneute Offenbarung in der Welt. 

In der Form 

הויה

 steht nicht der Ursprung am Anfang, sondern das Dasein selbst. 

Auch das ist zutiefst weiblich: 

Dass die Tora gerade diese Form aufscheinen lässt, ist kein Zufall. 

הויה

ist das g“ttliche Sein, das sich mitteilt, nährt, trägt und gebiert. 

Ein Sein, das nicht herrscht, sondern gegenwärtig ist. Nicht distanziert, sondern nah. 

In diesem Namen zeigt sich HaSchem nicht als *„der Mächtige“*, sondern als das *Lebendige*, atmende *Jetzt der Welt* 

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