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Über die Bedeutung von Schnee in der Kabbalah

(speziell der Lurianischen Kabbalah nach dem heiligen ARIzal)

In der Lehre des ARIzal (Rav Jitzchak Luria) erhält das Symbol des Schnees eine klar umrissene, tief metaphysische Bedeutung.

Schnee steht hier nicht nur allgemein für Reinheit, sondern speziell für den Prozess der Süßung der Dinim (Hamtakas HaDinim), also der Läuterung und Umwandlung von Gerichtskräften.

Solange diese Kräfte „heiß“ sind, wirken sie hart, begrenzend und potenziell zerstörerisch.

Werden sie jedoch durch Chesed und durch die Einwirkung höherer Bewusstseinslichter (Mochin) gemildert, verlieren sie ihre Schärfe, „erkalten“ und erscheinen symbolisch als Schnee.

Das Weiß des Schnees ist in der lurianischen Kabbalah kein Zeichen von Leere, sondern Ausdruck einer erhöhten, geklärten Form von Strenge, die in ihre Wurzel zurückgeführt wurde.

Gericht wird dabei nicht aufgehoben, sondern verwandelt:

In diesem Sinn knüpft der ARIzal an das biblische Bild an, dass selbst schwere Verfehlungen „weiß wie Schnee“ werden können – ein Hinweis darauf, dass durch diese Süßung selbst harte Urteile in Barmherzigkeit integriert werden.

Zugleich beschreibt der ARIzal Schnee als einen Zustand von Rücknahme, Stille und innerer Sammlung. Wenn die äußere Bewegung und emotionale Hitze zur Ruhe kommen, entsteht Raum für höhere geistige Einflüsse.

Schnee bedeckt alles gleichmäßig und schafft eine Art spirituelle Gleichschaltung, in der Unterschiede vorübergehend aufgehoben sind.

Dieser Zustand ist notwendig, damit neue Lichter aus den höheren Ebenen der Sefiros, insbesondere aus Chochma und Bina, herabsteigen und aufgenommen werden können.

Im weiteren Sinn steht Schnee beim ARIzal für eine Phase vor der Erneuerung.

Ähnlich wie die Welt im Winter ruht, zieht sich die spirituelle Energie zurück, um sich anschließend in geläuterter Form neu zu entfalten.

Schnee markiert damit einen Übergang:

Von ungezügelter Strenge zu geordneter Kraft, von innerer Unruhe zu Klarheit und von Urteil zu Tikkun, der geistigen Korrektur von Seele und Welt.

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