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Die Hand G“ttes

Raschi erklärt, dass das Wort Hand, hier „Jad mamasch“, wortwörtlich als Hand, um ihn zu schlagen, übersetzt werden sollte.

Raw Awigdor Bonchek fragt sich ab, wieso Raschi bis hier mit seiner Erklärung zum Wort Hand gewartet hat. Dieses Wort „Jad“ kommt bereits viele Male früher in der Thora vor. Als Hand von HaSchem steht es zum Beispiel bereits in Schmot 3:20.

Aber in Schmot 3:20 „ICH werde MEINE Hand ausstrecken und die Ägypter schlagen“ steht deutlich die bestrafende Wirkung der Hand von HaSchem beschrieben. In unserem Passuk (Satz) steht jedoch keine einzige (Aus)Wirkung von HaSchems Hand.

Es gibt keinen einzigen Hinweis auf oder zu eine(r) Vergeltung. Außerdem steht in unserem Passuk, dass HaSchem SEINE Hand in Ägypten „gibt“. Eine Hand geben ist meistens sympathisch gedacht.

Sofort nach dem „Geben MEINER Hand“ steht dort, dass „ICH MEINE Armeen aus Ägypten hinausführen werde“, was darauf deuten könnte, dass HaSchems Hand die Juden aus Ägypten befreien würde, anstatt auf Mitzrajim bestrafend niederzugelangen.

Aber es gibt noch ein Problem mit Raschi’s Erklärung, dass die Hand G“ttes hier wortwörtlich gemeint ist. G“tt ist komplett körperlos und hat überhaupt keine Hand. Weiterhin scheint aus verschiedenen Kontexten, dass das Wort „Jad“ auch Macht bedeuten kann und auch Besitz.

Die Antwort auf die Eröffnungsfrage lautet, dass „Jad“ sowohl Hand, als auch Arm bedeuten kann oder könnte. Das sehen wir deutlich bei den Teffilin, den Gebetsriemen, wo Raschi vermerkt, dass die wahre Bedeutung des Wortes „Jad“ die Handinnenseite sei und nicht der Arm.

Mit der Handinnenseite kann man etwas anfassen bezw. zupacken und dann hat das die Bedeutung von „Besitz“, aber man kann mit der Hand – viel mehr, als mit dem Arm – auch schlagen und das sei eine Äußerung von Macht und Kraft.

Raschi möchte uns darauf hinweisen, dass Hand im entsprechenden Passuk eine bestrafende Hand bedeutet und keinen Arm. Dieses klingt vielleicht etwas super genau, aber das ist Raschi`s Aufgabe: den Thoratext so eindeutig und klar zu erklären oder zu übersetzen, dass jedes Missverständnis ausgeschlossen wurde.

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