Das erste Gebot Würdigung und Hoffnung
„ICH bin HaSchem, Dein G“tt, der Dich hinausgeführt hat“ (20:2). Weshalb steht da „Dein G“tt“ im Singular, also Einzahl? Der Midrasch vermerkt, dass G“tt jedem geradeaus in die Augen schaute und auf seine G“ttliche Seele ansprach. Dieses verleiht dem Menschen Würdigung, Hoffnung und Verantwortung. Von jedem wird erwartet, zu sprechen: „Für mich wurden die Zehn Aussagen erteilt und ich bin verpflichtet, sie zu erfüllen“. Dieses ist kein Hochmut. Das ist unsere moralische Berufung und Erfüllung!
Ist „ICH bin HaSchem, Dein G“tt, der Dich hinaus geführt hat“ nun ein Gebot oder ein Introduktion?
- Laut Einigen kann das Wort Mitzwa per Definition nur auf Sachen angewandt werden, die man freiwillig wählen kann. Der Glaube wird jedoch nicht durch den freien Willen beherrscht. Anscheinend oder wahrscheinlich bedeutet das erste „Gebot“, dass G“tt seine Wahl für das Jüdische Volk erklärt: „Der Exodus bildet genügend Gründe für Eure Unterwerfung, MIR gegenüber“.
- Es könnte auch sein, dass G“tt in der ersten Anweisung etwas von SEINEM wahren Wesen zeigt: „Da ICH MICH ab und zu in der Gestalt verändere, solltet Ihr nicht annehmen müssen, dass es zwei Mächte gibt. ICH bin es, der als ein „ ISCH MILCHAMA“ – als ein Kriegsheld am Schilfmeer erschien und ICH bin der Gleiche, der auf dem Berg Sinai als ein weiser Gelehrter erscheint“. ICH bin jedoch derselbe.
Die Erscheinungsformen G“ttes können unterschiedlich sein, aber Sein Wesen bleibt unverändert. Man kann das mit einem weißen Licht vergleichen. Wenn man es durch eine rote oder durch eine grüne Brille betrachtet, scheint das Licht eine andere Farbe zu haben. Aber das Licht ist das gleiche. Die Verbindung Mensch-G“tt und die zwischenmenschlichen Beziehungen befinden sich auch in der gegenseitigen Verlängerung.
