Von: Jisrael Jitzchak Schmitt
Tzeh dakah
– Es besteht aus zwei Wortteilen.
Geh für einen Moment aus dir heraus. Tritt für einen Moment aus dir heraus, sieh den anderen, erkenne, was Du hast, und tue etwas Gutes.
Das tiefste Geben beginnt nicht mit der Hand – es beginnt bei Dir selbst. Mit einem Moment des Heraustretens.
*Rebbe Tzadok HaKohen erklärt*, dass Ego nicht Arroganz ist, sondern Gefangenschaft. Wenn wir in unserer eigenen Brille gefangen sind, sehen wir andere nicht klar. Doch Tzedakah beginnt in dem Moment, in dem wir unsere Blase verlassen. Wenn ich aus mir heraustrete, auch nur kurz, beginne ich, andere als ganze Welten zu sehen, nicht nur als Nebenfiguren in meiner eigenen.
*Rav Klonimus Kalman von Piaseczno* *lehrte*, dass der größte Akt der Güte darin besteht, jemandem seine Realität zurückzugeben. Raum zu schaffen, in dem er gesehen, gehört und gewürdigt werden kann. Zedaka bedeutet nicht nur, das zu geben, was man hat – es bedeutet, Abstand zu nehmen, damit jemand anderes ganz in deiner Gegenwart sein kann.
*Der Klausenburger Rebbe, der nach der Schoa eine Nation aus der Asche wiederaufbaute, lehrte* nicht nur durch Worte, sondern durch Präsenz. Er gab, selbst als er nichts hatte, weil er seinen eigenen Schmerz hinter sich ließ, der Rebbe verlor seine ganze Familie und die meisten seiner Chassidim, um dem Schmerz anderer zu begegnen. Das, sagte er, sei die wahrste Form des Gebens – Heilung aus dem Inneren der eigenen Wunde zu bringen.
Tritt aus Dir heraus. Nur für einen Moment. Dort beginnt Erlösung.
