Jüdisch! Die Tora lernen und leben.

Sehnsucht nach Alija

Von : Jisroeil Jitschok Rosenfeld 

Die Sehnsucht nach Aliyah ist in der jüdischen Tradition keine rein praktische Frage, sondern vor allem eine seelische Bewegung. 

In vielen Quellen wird Eretz Jisrael als der natürliche Ort der jüdischen Seele beschrieben; der Körper lebt im Exil, doch die Neschama stammt aus einem höheren, in Eretz Jisrael verwurzelten Raum. 

Eine einfache, ehrliche Tefilla dafür kann jeden Tag gesprochen werden: 

Man stellt sich vor Haschem hin und sagt mit eigenen Worten, etwa:

 „Ribono schel Olam, Du hast meine Seele aus Deinem Licht erschaffen und sie in diese Welt gesandt. 

Lass mich das Privileg verdienen, in Deinem heiligen Land Eretz Jisrael zu wohnen. Entferne alle inneren und äußeren Hindernisse, die mich davon abhalten. 

Öffne Wege, Türen und Herzen, damit ich in Frieden, Freude und Heiligkeit heimkehren kann. 

Möge meine Aliyah Deinen Namen verherrlichen und meiner Seele wahre Ruhe schenken. Amein.“ 

Diese Tefilla wirkt nicht wie ein magischer Spruch, sondern als Ausrichtung des Herzens: 

Je klarer der Wille, desto klarer wird der Weg.

Dazu haben unsere Weisen verschiedene Segulos überliefert, die alle dasselbe Prinzip teilen: 

Eine starke Segula ist das tägliche Rezitieren oder Denken des Satzes 

Nafschi artza Jisrael nichsefes

– meine Seele sehnt sich nach Eretz Jisrael“.

 Ebenso empfiehlt es sich, regelmäßig Tehillim zu sprechen, besonders Kapitel wie 

85, 122, 126 und 137

,die von Zion, Jeruschalajim und der Rückkehr aus dem Exil handeln. 

Bilder von Jeruschalajim anzuschauen, über das Land zu lernen und am Schabbat Lieder über Zion zu singen, nährt diese Verbindung.

Eine weitere klassische Segula ist Tzedaka nach Eretz Jisrael zu geben 

– selbst kleine Beträge.

Im Chassidus heißt es, dass das Herz dem Geld folgt: 

Wenn man seine Wohltätigkeit nach Jisrael schickt, sendet man gewissermaßen auch einen Teil seiner eigenen Präsenz dorthin. 

Viele Rebbes sahen darin eine spirituelle Brücke, die die spätere körperliche Aliyah erleichtert.

Aus kabbalistischer Sicht ist der Mensch selbst im Golus, nicht nur das Land. 

Die Rückkehr nach Eretz Jisrael beginnt daher mit einer inneren Rückkehr: 

Mehr Heiligkeit im Alltag, bewussteres Gebet, ernsthafteres Torah-Studium und Arbeit an den eigenen Charaktereigenschaften. 

Das bedeutet konkret, geduldiger, demütiger und freudiger zu werden und die Mitzwos mit größerer Kavana zu erfüllen. 

Wer innerlich „in Israel lebt“, dem wird der äußere Weg oft überraschend leicht gemacht.

Im Chassidus wird dies noch stärker betont. 

Der Baal Schem Tov pflegte es wie folgt auszudrücken

„Was ein Jude im Innersten wirklich will, dorthin wird er geführt.“

Der Lubawitscher Rebbe sagte sinngemäß, dass Aliyah im Herzen beginnt, bevor sie im Flugzeug stattfindet. 

Man soll sich nicht von Angst leiten lassen, sondern von Bitachon, Vertrauen in HaSchem. 

Wer ständig sagt „B’ezras HaSchem werde ich in Eretz Jisrael leben“, schafft mit seiner Sprache eine geistige Realität, die sich schließlich auch materiell manifestiert. Visualisierung, Freude und Dankbarkeit gelten hier als spirituelle Beschleuniger.

Praktisch kann man all dies verbinden: 

Täglich ein paar Minuten Tehillim für Aliyah, monatlich Tzedaka nach Israel, wöchentliches Lernen über die Heiligkeit des Landes und eine feste innere Haltung, dass man sich bereits auf das Heimkommen vorbereitet. 

Nichts davon ist Zwang oder Eile; es ist ein Prozess des Reifens.

Letztlich lautet die tiefe Antwort: 

Man beschleunigt Aliyah, indem man seine Seele näher zu HaSchem bringt, seine Liebe zu Zion stärkt und sein Leben so führt, dass Eretz Jisrael sich wie der natürliche Ort anfühlt.

Dann kommt die äußere Rückkehr oft genau zum richtigen Zeitpunkt 

– nicht nur nach menschlichem Plan, sondern nach himmlischem Maß.

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